248. Tag des Jahres Offensen, im sonnigen Süden des Sollings Datum: 05.09.2010 - Uhrzeit: 09:10:20
Schäfersteine bei Offensen - Aufzeichnung Lehrer Karl Brümer / Offensen
Geodaten
Schäfersteine

Mitte der Bremker Halbe - Ausgeschildert

N 51°36.723´
E 009°42.337´
Höhe 223 m ü. NN

Lage

Am nördlichen Abhang des zerstörten Dorfes Obern - Bremke liegt der sagenumrankte Schäferstein.

Man gewahrt hier einen großen Felsblock, der die Namen Lukas und Markus und die Jahreszahl 1797 trägt, und drei weitere Findlinge.

Der große Felsblock war von einer mächtigen Eiche überschattet.

Hier pflegten die Schäfer Rast zu machen.

Ein naher Pfad bergan heißt der "Schäfersteig".

Den Schäferstein umspielen verschiedene Sagen:

In seiner Sammlung "Hannoversche Geschichten und Sagen" erzählt Weichelt:

"Am Wege von Adelebsen nach Uslar liegt, ehe man nach Verliehausen kommt, ein großer Stein, auf welchem die Namen Markus und Lukas und die Jahreszahl 1797 eingehauen sind. Dieser Stein heißt der "Schäferstein".

Im Jahrgang 1924 der "Spinnstube"

las Karl Brümer über den Schäferstein.

Vor Jahren noch wurde er von einer mächtigen Eiche beschattet.

Ein Sturm hat diesen stolzen Waldriesen später das stolze Haupt an den Boden gedrückt.

Die Wurzeln waren morsch geworden von dem Alter, der Stamm aber war noch kerngesund.

Es war eine gewaltige Arbeit, diesen Riesen fortzuschaffen; denn kein Wagen war groß und stark genug.

Der Stamm musste gespaltet werden, d.h. er wurde mit zusammengelöteten Sägen der Länge nach in 4 Teile zerschnitten, jeder Teil ein schweres Fuder.

Mancher Heimatfreund hat sie später vermisst, die dicke Schäfereiche.

Die Inschrift des Schäfersteins
Die Schäfersteine

Kreisheimatpfleger Könecke schreibt am 28.01.1961 im Göttinger Tageblatt, für ihn seien die Schäfersteine eine kultische Angelegenheit.

Die zwar unleserliche Inschrift sei geheimnisvoll.

Die erwähnten vier Steine würden, weil sie ein ganz klares Quadrat bilden, zusammen gehören.

Um das Steinquadrat sei eckenrichtig ein größeres Wallquadrat gelegt.

Ganz nahe daran lege ein imposanter Rundhügel, zweifelsohne von Menschenhand gefügt.

Könecke stellt am Schluss die Frage: "Was mag die ganze Anlage bedeuten?

Noch ist das ein großes Rätsel!

Die Sage vom Schäferstein
Auf der Bramburg,
Schäfersteine

die auf einem rechts vom Wege gelegenen Berge gestanden, hat einmal ein Fräulein gewohnt, welches dahin verwiesen war.

Diese begehrte ein Riese zur Frau, und sie willigte in sein Verlangen unter der Bedingung, dass er einen gewaltigen Steinblock - und das war der Schäferstein - auf den gegenüberliegenden Berg trage

Der Riese kam aber nur bis ins Tal, wo ihm der Stein aus der Hand fiel - und noch bis auf den heutigen Tag liegt, da wo er niedergefallen ist."

Eine andere Form der Sage

will Heinrich Röser um 1940 in einer abgelegenen Mühle am Fuße des Brambergs aus dem Munde eines alten Mütterchens gehört haben:

Ein Ritter auf der Bramburg hatte eine liebliche Tochter.

Zu der entbrannte ein armer Schäfer, der am Fuße des Berges seine Herde weidete, in heißer Liebe.

Das Burgfräulein lernte ihn wieder lieben, den schönen Schäfer.

Oft trafen sich die beiden im Abenddämmern unter der Eiche im Tale. Bei den großen Feldsteinen dort meinten sie in Sicherheit zu sein.

Aber bald traf sie großes Leid.

Der gestrenge Burgherr war der Tochter nachgeschlichen und überraschte sie eines Abends bei ihrem Stelldichein.

Hinterlistig versprach er dem Schäfer die Hand seiner Tochter, wenn es diesem gelingen würde, den größten der Steine zur Bramburg hinaufzutragen.

Seiner Liebe wegen unterzog sich der Schäfer der schier unmöglichen Aufgabe.

Aber er brach bald am Hange tot zusammen, und der Stein blieb an der Stelle liegen, an der er niedergesunken war.

Darum soll er der "Schäferstein" heißen."