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22.09.2018 - 23:38
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Dat niechte Kind
Düsse Cheschichte spielt in ahner Teit, as noch viele Kinderre chebuhrn wuhrn.

De ohle Möllda kamm ut'n Holte - wintadachs chung ha ümmer in't Holt un vadande sseck 'n bettn dotou - in Huse was owa watt in Busche.
Ssaht der Freustückes-Teid was de Hebamme all do, datt niechte Kind ssoll kuhm.
De andan'n ssahten alle hübsch inna Küken un wührn ohrtich.
De Ohle kam rinta, et was all duista, wat suit ha:
dat Kind is noch nich do.
Ssa harrn in Holte all alle up dat Kind e drunken un nu mosste ha fuhr de Hebamme ock noch mit de Petruljumlampe lüchtn.
Dat was owa nits fuhr ühne.
Nun harre düssen Schluck in Leiwe, et was ssou warm inna Stum'm, wuh't Bedde stund.
Ha was ock all 'n bettn unssicher uppn Feutn.
De Hebamme schimpede, ssa was ock all uppcheriejet.
Schließlich hett sse ssecht:
Mook, dat Du runda kümmest mit Dein'n bessupenen Moose, du brennst noch dat Hus an mit Deina Lüchtn.
Ssa schnappedde sseck den Öllestn, de schön ohrtich uppa Bank ssatt, pakkedde ühne anne Ohrn un ssie:
"Hei-a, Du kümmest jetzt mie rinta un lüchtest össeck watt.
De Ölleste was ock bange, owa Wiehrwuhre chaff et bei da Hebamme nicht, süsst chaff et wecke hinda de Ohrn.
Do het ha dat Licht e nuhm'm, het schön e lüchtet, mit ahnmole was dat Kind do.
Owa de Hebamme, de was noch nich tefrie-en, et harre noch nich e bölket.
Do het se dat Kind e nuhm'm, anne Bahne pakked un hinne wecke vuhrklapped.
Uppmohl hettet e bölket, dowas de Hebamme te frie-en, owa dat klahne Friedchen, dat raap: "Dat schohdet Deck chornich, dat Du jetzt 'ne Noht krist, watt krüppest dorinta !"

Das neunte Kind
Diese Geschichte spielte in eihner Zeit, als noch viele Kinder geboren wurden.

Der alte Schäfer (Möllda) kam nach Hause, wintertags ging er immer in den Wald und verdiente sich ein bißchen was dazu.
Im Haus war aber was im Busche.
Seit der Frühstückszeit war die Hebamme da, das neunte Kind sollte kommen.
Die Anderen saßen alle hübsch in der Küche und waren artig.
Der Alte kam rein, es war schon dunkel, was sah er:
Das Kind war noch nicht da.
Sie hatten im Wald schon alle auf das Kind getrunken und nun mußte er für die Hebamme auch noch mit der Petroleumlampe leuchten.
Das war nichts für ihn. Nun hatte er auch noch diesen Schnaps im Leib, es war warm in der Stube, wo das Bett stand und er war auch schon ein bißchen unsicher auf seinen Füßen.
Die Hebamme schimpfte, sie war auch schon ein bißchen aufgeregt.
Schließlich hat sie gesagt:
"Mach, daß Du runterkommst mit Deinem besoffenen Asch, Du brennst noch das Haus an mit Deiner Lampe (Lüchte).
Sie schnappte sich den Ältesten, der schön artig auf der Bank saß faßte ihn an die Ohren und sagte:
"Hier, Du kommst jetzt mit und leuchtest uns was.
Der Älteste war auch bange, aber Wiederworte gab es bei der Hebamme nicht, sonst gab es welche hinter die Ohren.
Da hat er die Lampe genommen, hat schön geleuchtet und mit einem mal war das Kind da.
Aber die Hebamme, die war noch nicht zufrieden, es hatte noch nicht geschrien.
Da hat sie das Kind genommen, an die Beine gefasst und hinten welche vorgeklappt.
Auf einmal hat es geschrien, da war die Hebamme zufrieden, aber das kleine Friedchen, das rief:
"Das schadet Dir gar nichts, dass Du jetzt 'ne Naht bekommst, was kriechst Du da hinein."