248. Tag des Jahres Offensen, im sonnigen Süden des Sollings Datum: 05.09.2010 - Uhrzeit: 08:50:12
Wüste Obern-Bremke
Lage und Geodaten:

Bremkertal – Richtung Goseplack

N 51°36.964´
E 009°43.396´
Höhe 277 m ü. NN

Standort der Kirche
Wüste Obern-Bremke

Von der Kirche von Obern-Bremke ist in Ahrends Wiese heute nur noch ein Schutthügel erhalten (1 km nördlich von Niedern-Bremke).

Karl Brümmer berichtet: „Nach dem 1. Weltkriege habe man noch die einstigen Felder und die Grundmauern verschiedener Häuser, sowie den Platz, auf dem einst eine Mühle gestanden haben soll, deutlich sehen können. Einer der Mühlsteine habe damals noch in dem Lohbache gelegen."

Ein Graben (wahrscheinlich der Mühlengraben) ist im Gelände am Westhang des Tales auf der Höhe des Kirchenhügels Obern-Bremke noch sichtbar.

Die Kirchenruine ist im Laufe der Zeit abgetragen worden, um Weidefläche zu gewinnen. Brauchbare Mauersteine wurden zum Hausbau verwendet.

1. Fund - Bausteine der Kirche
Bausteine Obern-Bremke

Zitat Karl Brümmer: "Ich hatte im Jahre 1953 das Glück unter den Trümmern der Kirche drei wertvolle Steine zu finden." Nämlich den oberen Teile eines gotischen Kirchenfensters und die Seitensteine einer Schießscharte, wie sie an der Offenser Kirche zu sehen ist, wo die Steine an der Außenmauer aufgestellt wurden.

Diese Steine liegen links neben dem Eingang an der Offensener Kirche.

2. + 3. Fund
Schlüssel der Kirche Obern-Bremke

Ein Schlüssel (wahrscheinlich der Kirchenschlüssel), der nach der Schließung der Schule von Offensen ins Uslarer Heimatmuseum gelangte.

Ein Grab mit Skelett (1963) - Verbleib nicht bekannt!

4. Fund - Altarplatte
Bausteine Obern-Bremke

Eine große Buntsandsteinplatte, wahrscheinlich die Altarplatte, die heute als Gedenkstein für die im 2. Weltkrieg gefallenen und vermissten Schützenbrüder aufgestellt wurde.

Standort: Schützenhaus Offensen.

Wissenswertes zur Obern-Bremke
Wanderglasshütte
Wüste Obern-Bremke

Unterhalb der Kirchenruine sollen auch Hinweise auf eine Wanderglashütte gefunden worden sein.

Nach dem Wüstwerden der beiden Orte vor 1515 - in einem letzten Verzeichnis (Registrum subsidium) des Erzbistums Mainz aus diesem Jahre wird Bredenbek als wüst gekennzeichnet, dadurch nämlich, dass es noch erwähnt wird, aber ohne Abgabenleistung.

Die meisten Bewohner werden sich in dem größeren Orte Offesen niedergelassen haben. "Auf diese Weise wird Bremke und seine Feld- und Holzmark zur Gemarkung Offensen gezogen worden sein. Drei Bremker werden sich in Schoningen und einer in Verliehausen niedergelassen haben, denn Hans Karsten, Hans Duntemann und Heinrich Gobrecht besitzen im Jahre 1600 neben den Offensern ebenfalls Wiesen in Bremke; ebenso Hans Bohne aus Verliehausen.

Bremke ist auch ein Kirchdorf gewesen, denn im Jahre 1600 wird eine Wiese bei der „niedern Kirche" in Bremke erwähnt."

Altes Ackerland wurde auch auf der westlichen Talseite festgestellt. Diese Seite ist erst später - nach dem 1. Weltkrieg - aufgeforstet worden.

Obern- und Niedern-Bremke lagen damals nicht so abgelegen wie heute. Es verlief 2 bis 3 km nördlich eine wichtige Fernverkehrsstraße (via regia - Königsweg), die von Westen kommend über Uslar nach Hardegsen und weiter nach Osten verlief.

Quelle: Sollingheimatblatt 03/2006

Mitwirkende an dem Sollingheimatblatt:
Karl Otte (Offensen), Walter Henne (Lehrer i.R. Offensen), B. Stimpel (Pastor, Uslar), H. Schreckenbach (Lehrer i.R., Uslar), H. Funke (Lehrer i.R., Uslar), Frau M. Werner, geb. Schaper (Offensen), Dietmar Wieneke (Ortsheimatpfleger Offensen).